
Ihre 90-Tage-Finanzcheckliste für den Umzug in die Schweiz
Erledigen Sie diese zwölf Dinge, in dieser Reihenfolge, in Ihren ersten 90 Tagen in der Schweiz. Die Liste deckt Anmeldung, Bankkonto, obligatorische Krankenkasse, Quellensteuer, Säule 3a und die kleinen Versicherungen ab, die Vermieter erwarten - das Fundament, auf dem alles andere ruht, was Sie über Schweizer Finanzen lesen. Zahlen mit Stand 2025.
Die Ergänzung zu Gerade angekommen und Sich einrichten - die Version zum Abarbeiten in dieser Reihenfolge. Für das Warum und die Details verlinken wir auf die passenden Themen-Hubs.
Ankommen, anmelden, das Wichtigste aufsetzen
Das rechtliche und administrative Fundament. Fast alles, was in den Monaten 1 - 3 folgt, setzt voraus, dass diese vier Punkte erledigt sind.
- 01
Bei Ihrer Gemeinde anmelden (Gemeinde / commune)
Bundesrecht: Melden Sie sich innert 14 Tagen nach Ankunft und vor Arbeitsbeginn bei der Einwohnerkontrolle / contrôle des habitants Ihrer Gemeinde an. Bringen Sie Pass, Mietvertrag, Arbeitsvertrag, Heirats- und Geburtsurkunden (wo nötig mit Apostille) sowie ein Passfoto mit. Sie erhalten eine Anmeldebestätigung - sie schaltet fast jeden weiteren Schritt frei.
- 02
Grundlagen zur Aufenthaltsbewilligung klären
Ihr Arbeitgeber stellt das Gesuch für die Arbeitsbewilligung; die Gemeinde löst mit Ihrer Anmeldung das Verfahren für die Aufenthaltsbewilligung (Ausweis B / L / C / G) aus. EU/EFTA-Staatsangehörige erhalten die Bewilligung rasch; Drittstaatsangehörige brauchen zuerst die Kontingentszusage über den Arbeitgeber. Bewahren Sie eine Kopie des Bewilligungsentscheids auf - manche Banken akzeptieren ihn, bevor die physische Karte eintrifft.
- 03
Schweizer Handynummer und eine klare Postadresse besorgen
Eine Schweizer Handynummer beschleunigt Anmeldungen bei Bank, Versicherung und Behörden. Prepaid-SIMs (Salt, Sunrise, Swisscom, Yallo, Wingo) funktionieren ohne Schweizer Bankkonto; Abos mit Rechnung lösen eine ZEK-Prüfung aus. Achten Sie darauf, dass Ihr Name am Briefkasten steht - die Schweizer Post stellt nicht an einen unbeschrifteten Kasten zu.
- 04
Schweizer Bankkonto eröffnen
Sobald Sie die Anmeldebestätigung haben, können Sie ein CHF-Lohnkonto eröffnen. Neobanken (Yuh, Neon, Zak) sind an einem Tag startklar; klassische Banken (UBS, Kantonalbanken, PostFinance, Migros Bank) dauern länger, sind aber bei Hypotheken und Mehrwährungslösungen stärker. Stand 2025 schliessen die meisten Anbieter die Eröffnung online mit einer Video-Identifikation ab. Wie Sie wählen, zeigt der Finanz-Hub.

Krankenkasse, Lohn und Steuern festmachen
Der grösste vermeidbare Fehler von Neuankömmlingen ist die verpasste 3-Monats-Frist für die Krankenkasse. Erledigen Sie diesen Block vor Woche sechs.
- 05
Obligatorische Krankenkasse wählen (KVG / LAMal)
Die Grundversicherung ist obligatorisch, und die Leistungen sind gesetzlich bei allen Kassen identisch - nur Preis und Service unterscheiden sich. Schliessen Sie innert 3 Monaten nach Wohnsitznahme ab, dann gilt der Schutz rückwirkend ab Ihrem Ankunftsdatum. Vergleichen Sie die Prämien (sie schwanken stark nach Kanton und Alter), wählen Sie eine Franchise und ein Modell (Standard, Hausarzt, HMO, Telmed). Nutzen Sie den Krankenkassen-Vergleich weiter unten.
- 06
Lohnkonto, Daueraufträge und eBill einrichten
Geben Sie Ihrem Arbeitgeber die IBAN Ihres neuen CHF-Kontos, damit der erste Lohn sauber ankommt. Richten Sie einen Dauerauftrag für die Miete ein und aktivieren Sie eBill im E-Banking, damit Rechnungen von Krankenkasse, Telecom und Energieversorger elektronisch eintreffen. Richten Sie in derselben Woche TWINT ein - Sie werden es ständig brauchen.
- 07
Quellensteuer-Tarif prüfen
Wenn Sie eine B-, L- oder G-Bewilligung haben (oder eine C-Bewilligung, Ihr Ehepartner aber nicht), zieht Ihr Arbeitgeber die Steuer direkt vom Lohn ab. Prüfen Sie, ob der Tarifcode auf Ihrer ersten Lohnabrechnung Ihrer tatsächlichen Familiensituation entspricht - ein falscher Zivilstand oder fehlende Kinderabzüge sind der häufigste Fehler und kosten jeden Monat echtes Geld. Der Steuer-Hub erklärt die Codes.
Steuern optimieren, Haushalt schützen, vorausplanen
Wenn die Basis läuft, geht es in der zweiten Hälfte Ihrer ersten 90 Tage darum, kein Geld liegen zu lassen - und das Aufgebaute zu schützen.
- 08
Säule 3a eröffnen und einzahlen
Die Säule 3a ist der grösste legale Steuerabzug, der den meisten Angestellten offensteht. Stand 2025 liegt der Maximalbetrag für Angestellte mit Pensionskasse bei rund CHF 7'258. Jede Einzahlung vor dem 31. Dezember senkt das steuerbare Einkommen dieses Jahres; auch eine Teileinzahlung zählt. Nutzen Sie ein günstiges Säule-3a-Wertschriftenkonto, wenn Sie einen langen Horizont haben, und ein Sparkonto, wenn Sie das Geld bald beziehen könnten.
- 09
Über NOV / ordentliche Veranlagung entscheiden
Wenn Sie an der Quelle besteuert werden und unter CHF 120'000 verdienen, können Sie bis zum 31. März des Folgejahres eine nachträgliche ordentliche Veranlagung beantragen, um Säule 3a, PK-Einkäufe, Fahrkosten und weitere Abzüge geltend zu machen. Über CHF 120'000 geschieht das automatisch. Entscheiden Sie jetzt, damit Sie die richtigen Belege aufbewahren.
- 10
Haushaltsbudget in CHF aufstellen
Der Schweizer Nettolohn wirkt hoch, doch Miete, Krankenkasse, Steuern und Vorsorgebeiträge binden rasch einen erheblichen Teil davon. Stellen Sie die Fixkosten (Miete, KVG, Verkehr, Kinderbetreuung) dem Nettoeinkommen gegenüber, lassen Sie einen Puffer für die jährliche Steuerrechnung, falls Sie nicht an der Quelle besteuert werden, und dimensionieren Sie erst dann Sparen und Anlegen.
- 11
Privathaftpflicht und Hausratversicherung abschliessen
Eine Privathaftpflicht verlangt praktisch jeder Schweizer Vermieter; die Hausratversicherung deckt Ihre Sachen gegen Feuer, Wasser und Diebstahl. Beides wird oft kombiniert und ist günstig - Stand 2025 einige hundert Franken pro Jahr. Ergänzen Sie eine Rechtsschutzversicherung, wenn Sie Streitigkeiten um Miete oder Arbeit erwarten.
- 12
Nächste Schritte planen (Vorsorge, Anlegen, Wohneigentum)
An Tag 90 haben Sie Daten: eine echte Schweizer Lohnabrechnung, eine klare Steuersituation und ein funktionierendes Budget. Das ist der richtige Moment, um freiwillige PK-Einkäufe, eine Anlagestrategie in CHF und - falls es für Sie ein Thema ist - einen realistischen Zeitplan für Wohneigentum in der Schweiz zu planen. Die Hubs zu Anlagen und Finanzen gehen in die Tiefe.
Häufige Fragen zu den ersten 90 Tagen
Muss ich mich wirklich innert 14 Tagen bei der Gemeinde anmelden?
Wann beginnt die 3-Monats-Frist für die Krankenkasse genau?
Soll ich im ersten Jahr eine Säule 3a eröffnen?
Was ist eine NOV / nachträgliche ordentliche Veranlagung und brauche ich sie?
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